Pressearbeit: Statt Frust schieben über Nichtbeachtung Chancen nutzen!

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Das Event des Jahres steht für den kleinen Verein an. Der Saal ist gebucht, die Flyer verteilt, die Facebook-Freunde eingeladen und – na klar – die Presse darf auch nicht fehlen. Genau da beginnt die große Enttäuschung, die kurz darauf in Entrüstung und schäumender Wut umschlägt. Die örtliche Zeitung spielt nicht mit. Die Veranstaltung, auf die sich die Mitglieder des Vereins schon seit Wochen akribisch vorbereiten, bekommt gerade mal eine Winzigmeldung unter „kurz notiert“ – irgendwo zwischen Karnickelzüchtern und Landfrauen – auf der vorletzten Seite im Lokalteil der Zeitung.

So ähnlich geht es weiter, denn die nächste Enttäuschung folgt am Tag der Veranstaltung. Keiner von der Zeitung lässt sich blicken. Ganz klar, diese Journalisten begreifen es einfach nicht. Verdammt nochmal, dieser Termin ist doch so wichtig und das Anliegen geht uns alle an. Zudem ist ja auch noch der Sprecher der bundesweiten Dachorganisation extra angereist. Ein echter Promi, jedenfalls aus Vereinssicht. Nicht einmal das zieht die Presse an. Sofern es sich um eine politische Veranstaltung handelt, kommt gerne noch eine Portion Verschwörungstheorie dazu und die Schnelldiagnose steht fest: Die Journalisten werden von der Gegenseite gesteuert und/oder finanziert. Weiterlesen →

Fifty-fifty: Social Media-Nutzung in der Lokalpolitik

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Permanente Öffentlichkeitsarbeit über Social Media-Kanäle ist in der Politik auf den Europa-, Bundestags- und Landtagsebenen weitgehend etabliert. Die meisten jüngeren Abgeordneten greifen selbst zur Tastatur oder zum Smartphone und bedienen ihre Kanäle, einige andere delegieren diese Arbeit an das Mitarbeiter-Team weiter. Schwieriger ist es für die ehrenamtlichen Feierabendparlamentarier im kommunalen Bereich. Nicht jedes Ratsmitglied kann diesen Aufwand leisten. Trotzdem trägt diese Arbeit fast immer Früchte. Social Media-Kanäle dienen (Freizeit-)Politikern weniger als schnelle PR-Vehikel, dafür mehr als Kanal für den permanenten Bürgerkontakt. Wer sich hier im Laufe einer Legislaturperiode engagiert, ruft sich auch am Wahltag in Erinnerung.

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Social Media in der Lokalpolitik.

Gut anderthalb Jahre vor der nächsten Kommunalwahl in Niedersachsen lohnt sich der Blick auf die Social Media-Aktivitäten der demokratischen Ratsmitglieder in Oldenburg mit Schwerpunkt auf Facebook und Twitter. Bei dieser Auflistung geht es vornehmlich um das Vorhandensein und die Zugänglichkeit der Kanäle, weniger um die Qualität der Kommunikation. Idealerweise präsentieren sich die Lokalpolitiker auf einer eigenen Facebook-Seite und weniger über ihr privates Facebook-Konto. Der Vorteil: Man kann private Einträge im Account auch weitgehend privat halten und sich auf der Seite auf die Ratsarbeit konzentrieren. Außerdem möchten die meisten Facebook-Nutzer nicht mit dem Ratsmitglied, das sie in aller Regel persönlich nicht kennen, direkt „befreundet“ sein. Möchte man keine Seite betreiben, sollte der Facebook-Account auch ohne Freundschaftsanfrage abonnierbar sein. Weiterlesen →

Videomarketing mit Facebook, Twitter und Google Plus

Web Videomarketing

Die gute Nachricht für alle Traditionalisten: So lange es das gute alte Fernsehen noch gibt, ist die klassische Persil-Werbung noch lange nicht weg vom Fenster. Wer in diesem Sektor sein Brot verdient, wird noch einige Jahre prima leben können.

Wer allerdings glaubt, man könne mit herkömmlichen TV-Werbespots auch soziale Netzwerke wie Facebook bedienen, um effizient zu werben, wird schnell erkennen, dass das keine gute Idee ist. Während TV-Konsumenten in gehobenen Altersklassen jahrzehntelang mit Zwangswerbepausen Leidensfähigkeit eingeimpft wurde, sind zumeist junge Internetuser trainiert im schnellen Wegklicken oder Ausfiltern. In wenigen Sekunden, manchmal auch im Bruchteil einer Sekunde fällt die Entscheidung: Das gucke ich mir an, leite es eventuell sogar an meine Freunde weiter – oder eben – „klick und weg damit“.

Die gute Nachricht für alle Fortschrittlichen: Werbevideospots in sozialen Netzwerken funktionieren. Oft sogar richtig gut bei einem überschaubaren (Kosten-)Aufwand. Wir nennen es nur nicht Werbung, sondern Kommunikation auf gleicher Augenhöhe. Das gilt nicht nur für Videos, sondern für jegliches Social Media-Marketing. Wer nur als Sender fungiert, erntet selten Interesse und erzielt somit keine Reichweite. In den Netzwerken gibt es keine klassische Zweiteilung zwischen Sendern und Empfängern wie wir es aus dem Fernsehen kennen. Man ist Kommunikationsteilnehmer. Was bescheiden klingen mag, ist in Wirklichkeit ein Erfolg: Habe ich mit meinem Anliegen – zum Beispiel mit meiner Firma und dem Produkt, das ich verkaufen möchte – wechselseitige Kommunikation in Gang gesetzt, erziele ich automatisch Reichweite. Die Kontakte (Freunde und Abonnenten) desjenigen, der darauf einsteigt, werden informiert. Bestenfalls steigen sie als Multiplikatoren mit ein, indem sie kommentieren, „liken“ oder teilen. So kann eine virale Verbreitung in Gang gesetzt werden. Je nach Zielgruppe, dem Thema und dem Gelingen einer Kampagne gibt es bei der Reichweite zunächst keine Grenze nach oben. Im Jahr 2013 nutzen 19 Millionen Deutsche täglich Facebook – Tendenz steigend.

Grundvoraussetzung für erfolgreiches Web Videomarketing: Bereitschaft zur Kommunikation mit der Zielgruppe. Der Waschmittelhersteller im vergangenen Jahrtausend konnte sich auf das Senden der Botschaft, also auf Werbespots im TV oder im Kino beschränken. Der Waschmittelproduzent in den 2010er Jahren, der eine junge Zielgruppe in den sozialen Netzwerken ansprechen möchte, kommuniziert, stellt sich Fragen und bietet gegebenenfalls spannende Einblicke in das Innenleben des Unternehmens: die Menschen hinter dem Produkt, ihr Engagement, die Unternehmensphilosophie.

Um die Video-Kampagne zu starten, sollte es bereits bestehende Social Media-Strukturen geben. Es ist nicht sinnstiftend, eine Facebook-Seite ohne Abonnenten („Likes“ bzw. „Follower“ bei Twitter) oder ausschließlich mit Gefälligkeits-Likes aus dem eigenen Freundeskreis als Grundlage zu nehmen. Einen bescheidenen Grundstock an Likes, bestehend aus der qualifizierten Zielgruppe, sollte es geben. Diesen mit ehrlicher Social Media-Arbeit aufzubauen führt nebenbei zu wichtigen Erkenntnissen und dem richtigen Gespür für die Erwartungen der Abonnenten. Vom ersten Moment an beginnt die Kommunikation auf Augenhöhe. Wie gesagt, wer nur senden möchte, befindet sich am falschen Ort.

Diese Erkenntnisse fließen in die Erstellung des Drehbuchs für die Spots ein. Gelungenes Web Videomarketing motiviert zur Interaktion. Geeignete Zutaten können Emotionen, Humor, Provokation, aber auch eine prägnant vorgetragene Information sein. Es gibt keine Backformen, die man immer wieder verwenden kann. Jedes Drehbuch für eine Video-Kampagne bekommt ihren individuellen Schliff. Erfahrungen im Social Media-Marketing und der Video-Produktion sollten vorhanden sein.